E-Mail |
Kurze Einführung in die Geschichte der Isla de la Juventud Die erste, durch archäologische Funde belegte Besiedlung der Insel erfolgte wohl durch die Guanahatabay - Indianer, über deren Kultur nur wenig bekannt ist. Vermutlich lebten Sie als Nomaden in küstennahen Höhlen und verfügten über einfache Werkzeuge aus Muscheln und Stein. Aus dem heutigen Venezuela stammten die höherentwickelten Ciboney. Da dieses ursprünglich große Indiandervolk über erstaunlich hochwertige Kanus verfügte, besiedelte es nach und nach die Antillen-Inseln. Als Wohnung dienten meist Höhlen, selten einfache Hütten. Die vermutlich aus dem nördlichen Südamerika stammenden Taíno setzten sich, wie auf der Nachbarinsel Jamaika, seit ca. 300 n.Ch. auch auf Cuba durch.Neben handwerklichen und landwirtschaftlichen Kenntnissen brachten sie ausgeprägte religiöse Kulte sowie soziale Strukturen mit. Als Jäger und Fischer setzten die Taíno Waffen und Netze ein und stellten von den Spaniern bewunderte, seetaugliche Kanus her. Sie bauten Süßkartoffeln, Mais, Maniok, Yukka, Ananas, Baumwolle und Tabak an. Neben der Herstellung von Wekzeugen und Schmuck aus Holz, Keramik und Metall war ihnen die Bearbeitung von Gold vertraut. Ausdruck ihrer religiösen Kulte war neben Ballspielen, Musik und Tanz auch das Tabakrauchen, das tranceartige Zustände erzeugen sollte. Als Überlieferung bleiben die Bohío - Hütten, die Hängematte, einige Musikinstrumente und das Wort Hurrikan (der Name eines unheilbringenden Gottes) erhalten. Columbus entdeckte die Insel bei seiner zweiten Reise in die neue Welt 1494. Da sie seinerzeit nicht über erschliessbare Goldvorhaben verfügte, geriet sie zunächst in Vergessenheit. Dafür wurde sie zum Hort von Piraten, Freubeutern und Schatzsuchern, die sich an der spanischen Armada bereichern wolltern. Die überlieferten Geschichten dieser Zeit dienten auch Robert Stevenson, dem Autor des Romans "Die Schatzinsel", als Grundlage für sein Buch. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts noch kamen viele Abenteuerer auf die Insel, um auf dem Land oder vor den Küsten nach bei den Kämpfen verlorenem Gold zu suchen. Erst 1830 wurde die Siedlung Nueva Gerona, die heutige Hauptstadt, gegründet. Später machte sich die Spanier die abgeschiedene Lage der Insel zunutze, um Verbannte hierherzuschicken, so auch den cubanischen Freiheitshelden José Martí. Als 17 jähriger geriet er auf der Finca El Abra in Haft, bevor er 1871 nach Spanien verbannt wurde. Auch später nutzte man die Insel als Gefängnisinsel. Östlich der Hauptstadt liess Diktator Machado 1928 das riesige Modellgefängnis "Presidio Modelo" bauen, in dem 1953 auch Fidel Castro und 25 seiner Mitstreiter nach dem gescheiterten Angriff auf die Moncadakaserne landeten. Nach
der Revolution begann man damit, die Insel urbar zu
machen, die unter Diktator Bastista im wesentlichen
einige Hotels für amerikanische Mafiagrössen
beherbergte. Tausende von Jugendlichen kamen zu
Arbeitseinsätzen, um die Plantagen zu errichten, die der
Insel heute gestatten, landwirtschaftliche Produkte in
alle Landesteile Cubas zu exportieren. Als Anerkennung
dafür wurde sie (damals trug sie noch den Namen Isla de
Pinos - Pinieninsel) offiziell in Isla de la Juventud (Insel
der Jugend) umbenannt. |